Samstag, 21. Februar 2026

Millstone 7yo First Fill Oloroso Hogshead (Dram Mor)

Die Abfüllungen der niederländischen Brennerei Zuidam Distillers, die den Millstone produzieren, gefallen mir schon sehr lange richtig gut. Deshalb hat es mich umso neugieriger gemacht, als ich am Stand von Westwood Whisky auf der Whisky Fair in Bad Homburg im letzten Jahr den unabhängig abgefüllten Millstone von Dram Mor entdeckt habe, der im First Fill Oloroso Hogshead reifen durfte. Glücklicherweise konnte ich mir am Ende der Messe den Anbruch zu einem sehr fairen Preis sichern, den ich heute ganz ausführlich vorstellen möchte, obwohl der Whisky inzwischen kaum noch in den einschlägigen Online-Shops erhältlich ist. Der Probierschluck auf der Messe war aber einfach zu spannend, um den Whisky jetzt zu Hause zu genießen, ohne auch noch Notes dazu zu verfassen. Und vielleicht stolpert ja der eine oder andere noch bei seinem Local Dealer über eine der Flaschen im stationären Handel. Den sollten wir schließlich sowieso alle unterstützen!







Auf einen Blick

DestillerieZuidam Distillers (Millstone)

AbfüllerDram Mor

AbfüllungMillstone 7yo

ArtDutch Single Malt Whisky

RegionNiederlande

Alter7yo

Alkoholgehalt53%

FassFirst Fill Oloroso Hogshead 2636

Inhalt0,7l

Preisklasseca. EUR 85,-




Nase:

Los geht es in der Nase mit einer süßen Mischung aus frischem Fudge, etwas Milchschokolade und einem Milchkaffee, der deutlich mehr Milch als Kaffee enthält. Dazu gesellen sich nach und nach gehackte Haselnüsse und eine gute Portion Nuss-Nougat. Tatsächlich hätte ich vom First Fill Oloroso Hogshead noch mehr fruchtige Elemente erwartet, aber hier gibt es maximal ein paar weiche Rosinen und stark gezuckerte Heidelbeeren, beides hält sich aber sehr vornehm zurück. Mit der Zeit werden die süßen Aromen noch durch etwas Süßholz ergänzt.

Mund:

Auch der Gaumen startet wieder mit einer deutlichen Karamellnote, dazu gesellt sich auch hier wieder eine nussige Note, die aber eher in Richtung ganzer Haselnuss geht, weniger in Richtung Nougat. Die schokoladigen Noten sind nun etwas dunkler geworden und orientieren sich in Richtung Zartbitter, gleiches gilt für den Kaffee, der nun ohne Milch auskommt. Eine leichte Eichennote kommt nun auch zum Vorschein, auch die Lakritznote taucht wieder auf, bleibt aber dezent im Hintergrund.

Abgang:

Der Abgang fällt mittellang aus und startet mit Eiche und Pfeffer, bevor dann Karamell und Kaffee wieder auftauchen und für den letzten Eindruck am Gaumen sorgen.


Fazit:

Dieser Millstone gefällt mir genauso gut, wie ich ihn von der Messe in Erinnerung hatte! Vor allem die Nase ist wirklich absolut hervorragend mit einem tollen Mix aus frischem Fudge, Milchschokolade, Milchkaffee und gehackten Haselnüssen. Meine Frau hat die Nase mit einer frischen Mozartkugel in Verbindung gebracht, was ich gut nachvollziehen kann. Am Gaumen werden die Aromen dann insgesamt ein bis zwei Level weniger süß gedreht, denn die Milchschokolade verwandelt sich in Zartbitter, dem Milchkaffee wird die Milch entzogen. Aber auch das gefällt mir richtig gut, auch der Eichen- und Lakritzeinschlag fügt sich gut ins Profil. Im Abgang kommen dann ganz am Ende vor allem Karamell und Kaffee wieder deutlich durch, wenn die etwas herbere Eiche und der Pfeffer verflogen sind. Ein toller Whisky!

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