Wenn man an unabhängige Abfüller aus Deutschland denkt, dann führt am Caskhound aka Tilo Schnabel eigentlich kaum ein Weg vorbei. Immer wieder spannende Bottlings und Fassteilungen hat er schon lange zu bieten, dazu kommt eine hohe Präsenz auf den verschiedenen Whisky-Messen Deutschlands. Dabei legt Tilo natürlich viel Wert auf die hohe Qualität seiner Abfüllungen und es kommt nichts in die Flasche, was seine persönliche Geschmackskontrolle nicht besteht. Gleichzeitig ist ihm aber auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig. Das gilt insbesondere für die Reihe Tilo´s Proof, aus der ich heute die No. 9 im Glas habe. Dabei handelt es sich um einen fassstarken Glenglassaugh aus dem First Fill Bourbon Cask, der mit einem Alter von zehn Jahren für rund EUR 58,- erhältlich ist. Das klingt mindestens auf dem Papier richtig gut, ich werde aber jetzt gerne prüfen, ob Tilo mit dieser Abfüllung auch meinen Geschmack getroffen hat.
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| Auf einen Blick | |
| Destillerie | Glenglassaugh | |
| Abfüller | The Caskhound |
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| Abfüllung | Tilo´s Proof Small Batch No. 9 Glenglassaugh |
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| Art | Single Malt Scotch Whisky |
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| Region | Schottland / Highlands |
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| Alter | 10yo |
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| Alkoholgehalt | 51,3% |
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| Fass | First Fill Bourbon Barrel #113 |
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| Inhalt | 0,7l |
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| Preisklasse | ca. EUR 58,- |
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Birne und Zuckerwatte sind das erste, was mir beim Schnuppern am Glas in den Sinn kommt. Dahinter verbergen sich ganz klassische Noten, wie man sie von einer Reifung im First Fill Bourbon Barrel erwarten kann, nämlich vorrangig viel Vanille und Karamell, die Fruchtigkeit aber eher unterstützen als sie zu überlagern. Mit der Zeit kommt eine florale Note hinzu, die mich an frisch gepflückte Gänseblümchen erinnert. Trotzdem setzt sich schließlich immer wieder das zuckrig-süße Birnen-Aroma durch.
Mund:
Der Gaumen startet mit einer überraschend frisch-herben Note, die in Richtung einer mit etwas Zucker abgefederten Grapefruit geht. Dazu kommt aber auch eine Mischung auf Karamell, Vanille und einem einfachen Butterkeks. Mit der Zeit mischt sich noch eine Eichennote mit ins Profil, die ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Eine Handvoll Walnüsse kommt abschließend genauso zum Vorschein wie eine leicht pfeffrige Schärfe.
Abgang:
Der Abgang fällt mittellang aus und bietet neben der nun recht präsenten Eichenwürze auch nussige Noten, einen Hauch Zitrusfrucht sowie etwas Vanille und Karamell. Auch die Birne blitzt zwischendurch noch einmal auf.

Fazit:
Das ist so ein Whisky, an dem man einfach nur ganz, ganz lange schnuppern könnte. Mir gefällt die Mischung aus Birne und zuckrig-süßen Aromen wirklich hervorragend, auch der florale Einfluss, die Kekse und die Karamellnoten finde ich richtig toll. Am Gaumen kann der Whisky dann nicht mehr ganz halten, was die Nase verspricht, trotzdem ist es weiterhin ein toller Whisky. Die süßen Noten sind noch da, werden jetzt aber auch von Grapefruit, Walnüssen und vor allem Eiche begleitet. Letztere ist auch im Abgang relativ präsent, lässt aber trotzdem weiterhin Raum für etwas Zitrusfrucht sowie Vanille und Karamell. In Summe bekommt man hier zu einem sehr fairen Kurs einen wirklich guten Whisky, der letztlich genau das bietet, was man von einem Glenglassaugh aus einem First Fill Bourbon Barrel erwartet. Man bekommt einen fruchtig-süßen Tropfen mit einem deutlich würzigen Finish, was dann in Summe direkt Lust auf den nächsten Schluck macht.
Das Sample im Altglas wurde mir freundlicherweise kostenlos am Stand von The Caskhound auf dem Bremer Bottle Market im Dezember 2025 zur Verfügung gestellt.
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