Vor einigen Tagen hat mich Alex vom Online-Shop Spirits of Scandinavia angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, mich mal mit ein paar Samples der dänischen Nyborg Distillery zu beschäftigen. Wer meine Vorliebe für deutschen, niederländischen und skandinavischen Whisky kennt, dem ist natürlich sofort klar, dass ich das unmöglich ablehnen konnte. Kurze Zeit später hatte ich also vier Samples vom Isle of Fionia-Whisky aus besagter Brennerei im Briefkasten, durch die ich mich heute probieren möchte. Neben dem New Make Spirit darf ich nun also mit dem Little Isle den Einsteiger ins Sortiment der Brennerei, den Danish Oak sowie den Peated probieren.
Zum Einstieg schenke ich mir den New Make ein, den ich auch immer mal wieder gegen die drei Abfüllungen probieren möchte. Im ersten Moment ist der Spirit sehr malzig, aber auch ein Mix aus Kakao, Nüssen und vor allem Apfel ist zu erkennen. Geschmacklich gibt der New Make dann etwas weniger Aromen her, aber vor allem die heimischen Früchte bleiben präsent. Erst beim zweiten Schlückchen kommen dann auch die Kakao-Aromen wieder durch. Weiter geht es danach mit dem Little Isle, der drei bis vier Jahre in Bourbon, Port und STR Casks reifen durfte. Leicht fruchtig und rund kommt der Whisky daher, dabei sind Karamell, Vanille und vor allem Kirschen, Beeren und Birnen besonders präsent. Tatsächlich wirken aber alle Aromen etwas gedrosselt, so dass ich vermute, dass dem Whisky ein paar Prozente mehr ganz gut zu Gesicht stehen würden. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fort, wo Süße, verschiedene Beeren, Birnen, Äpfel, Nüsse und Nougat auftauchen, aber wieder nicht ihre volle Energie entwickeln können. Trotzdem bleibt der Whisky mit Frucht, Nougat und Zimt relativ lange am Gaumen hängen.
Danach geht es weiter mit dem Danish Oak, der mir zunächst einen kleinen Schrecken eingejagt hat, denn ich hatte eine Vollreifung in Virgin Oak befürchtet. Tatsächlich reift dieser Whisky aber zunächst fünf bis sieben Jahre in klassischen Fässern, bevor er ein kurzes aber intensives Danish Oak Finish erhält. Wieder geht es recht fruchtig zu mit Birnen und Äpfeln, aber auch nussige Aromen sind zu erkennen. Tatsächlich hat die dänische Eiche aber auch bei einem kurzen Finish ganze Arbeit geleistet und liefert eine ordentliche Eichenwürze. Geschmacklich sind Früchte und Süße ebenfalls wieder zu erkennen, aber die Eiche hat nun noch mehr Einfluss. Grundsätzlich habe ich aber den Eindruck, dass man sowohl beim Little Isle wie auch beim Danish Oak den New Make Spirit gut wiedererkennen kann.
Das Finale macht dann der Peated, der aus Malz hergestellt wurde, das mit 35ppm getorft wurde. Für die Reifung wurden zunächst First Fill Bourbon Casks verwendet, bevor es ein Finish im STR-Cask gab. Das hat zunächst einmal für viel Süße, Nüsse, rote Früchte und etwas Gummi gesorgt, der Rauch bleibt eher hintergründig. Auch am Gaumen startet der Tropfen eher süß, bevor dann Früchte, Gewürze und Nüsse auftauchen. Der torfige Rauch ist nun aber deutlich präsenter. Obwohl der Alkoholgehalt nur leicht höher liegt, hat man hier deutlich mehr Aromen am Gaumen. Insgesamt machen die Samples jedenfalls Lust auf mehr Abfüllungen der Nyborg Distillery, dabei wäre ich aber auch sehr gespannt darauf, mal die eine oder andere Abfüllung der Brennerei in Fassstärke zu probieren. Ich könnte mir vorstellen, dass der Whisky dann noch mehr von seinem Potenzial offenbaren dürfte.
Die Samples wurden mir freundlicherweise kostenlos von Spirits of Scandinavia zur Verfügung gestellt.


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