Drei Abfüllungen aus dem ersten Outturn vom neuen unabhängigen Abfüller 16states, der sich auf Whisky aus Deutschland spezialisiert hat, habe ich hier bereits vorgestellt, wobei der grandiose Nine Springs tatsächlich mein Whisky des Jahres bisher ist, aber auch den Fading Hill mit seinem Umami-Profil hat mir richtig gut gefallen. Der Vierte im Bunde ist ein vier Jahre alter Hillock aus der Destillerie Habbel, der in einem First Fill Cream Sherry Butt reifen durfte. Das klingt zunächst mal sehr vielversprechend, denn ich hatte von Hillock schon einmal einen Cream Sherry Cask-gereiften Whisky im Glas, der mir sehr gut gefallen hat. Ausnahmsweise möchte ich aber an dieser Stelle schon einmal mein grundsätzliches Fazit vorwegnehmen, denn meinen persönlichen Geschmack hat der Whisky in diesem Fall leider nicht getroffen. Ich will aber natürlich trotzdem ganz ausführlich meine Eindrücke schildern und am Ende auch darauf eingehen, warum dieser Whisky und ich keine Freunde geworden sind.
Mittwoch, 26. Juni 2024
Sonntag, 28. Februar 2021
Hillock 5 1/2 Chief German Single Rye Whisky (Brennerei Habbel)
Wie ja inzwischen bekannt sein dürfte, bin ich ein großer Freund deutscher Whiskys. Nicht alle sind gut, aber ein großer Teil ist deutlich besser, als viele zugeben möchten. Vor Kurzem bin ich dazu mit Michaela Habbel von der Brennerei Habbel bzw. der Hillock Park Distillery ins Gespräch gekommen, die seit 2011 gemeinsam mit ihrem Vater Michael Habbel die Brennerei leitet. Wurde hier zunächst vorrangig Korn gebrannt, ist mit der Zeit zusätzlich Obstbrand hinzugekommen. Schon seit 1977 hat man jedoch auch Whisky produziert, der als "Uralter Whisky" inzwischen als Deutschlands ältester Whisky bekannt ist. Seit 2013 gibt es zudem mit der Hillock Park Distillery, die sich auf Liköre und Whisky spezialisiert hat, eine eigenständige Brennerei, die im Pot Still-Verfahren brennt. Von hier stammt ein fünfeinhalb Jahre alter Rye Whisky, der zunächst in Bourbon-Fässern reifte, bevor er ein Finish im spannenden Cream Sherry Cask erhielt. Das finde ich besonders deshalb sehr interessant, weil mir kein anderer Rye Whisky mit dieser Art eines Finishs bekannt ist. Ich stelle mir die Kombination von Roggennoten mit dem süßen Sherry-Finish sehr außergewöhnlich vor, daher werde ich mich heute ausführlich dieser ungewohnten Kombination widmen.