Vor einigen Tagen habe ich an dieser Stelle darüber berichtet, dass ich sehr anfällig für Whiskys mit weihnachtlichem Label bin. Dummerweise hatte ich über die Feiertage, die ich in meiner Heimat in Dithmarschen verbracht habe, die Flasche mit der Abfüllung, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte, zu Hause vergessen, so dass ich sie erst zum Jahreswechsel öffnen konnte. Es handelt sich dabei um den diesjährigen Weihnachtswhisky der dänischen Sall Whisky Distillery, nämlich den Giljaguar, dessen Name der isländischen Weihnachtsmythologie entstammt. Der Giljaguar ist dabei der zweite der dreizehn Weihnachtsmänner, die sich zu Weihnachten auf den Weg zur isländischen Bevölkerung machen. Er versteckt sich in den Schluchten (Gil), um die Melkerinnen zu beobachten und nachts am Kuhstall den cremigen Schaum aus den Milchkannen zu stehlen. Der Whisky dazu ist auf 540 Flaschen begrenzt und kommt mit erhöhter Trinkstärke von 50% daher. Die Reifung erfolgte zunächst für drei Jahre im First Fill PX Cask, danach gab es noch ein Finish im First Fill Oloroso Cask.
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| Auf einen Blick | |
| Destillerie | Sall | |
| Abfüller | Originalabfüllung |
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| Abfüllung | Sall Whisky Giljaguar |
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| Art | Single Malt Whisky |
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| Region | Dänemark |
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| Alter | NAS |
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| Alkoholgehalt | 50% |
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| Fass | First Fill PX Cask für drei Jahre, Finish im First Fill Oloroso Cask |
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| Inhalt | 0,5l |
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| Preisklasse | ca. EUR 70,- |
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Direkt nach dem Einschenken strömen tolle Fruchtaromen aus dem Glas, wobei sich besonders dunkle Fruchtnoten hervortun. Dabei stehen dunkle Beeren und Pflaumen im Mittelpunkt, die allesamt sehr süß daherkommen. Mit der Zeit bahnen sich Karamell, dunkler Honig und Blaubeeren ihren Weg in die Nase, um dann auch malzigen Noten eine Bühne zu geben. Obwohl das verwendete Malz nicht rauchig ist, erkenne ich eine leicht speckige Note wie bei Trockenpflaumen im Speckmantel, insgesamt überwiegt aber die fruchtige Süße der verschiedenen Beeren und Pflaumen, die aber von Äpfeln und Birnen unterstützt werden, die in einem süßen Rotwein eingelegt wurden.
Mund:
Der Gaumen startet mit fruchtiger Süße, die mich an Traubensaft erinnert, gleichzeitig aber auch Erdbeeren und Blaubeeren. Dazu kommt wieder eine Süße wie bei flüssigem Honig, während die Karamellnoten nun mehr oder weniger verschwunden sind. Trauben, Rosinen und Beeren dominieren danach weiterhin das Aroma, aber auch die eingelegten Äpfel sind wieder zu erkennen, denn die Aromen süßer Weine bleiben weiterhin erhalten. Nur hintergründig kommen würzige Aromen hinzu, die in Richtung Zimt und Nelke tendieren und ganz am Ende etwas mehr Raum einnehmen.
Abgang:
Der Abgang fällt mittellang aus und bietet wieder die schon bekannten fruchtigen Aromen, die aber nun deutlich stärker von den würzigen Noten wie Zimt und Nelke begleitet werden. Trockenobst, etwas Eiche und eine gewisse Trockenheit bleiben am längsten hängen.

Fazit:
Dieser Whisky macht mir persönlich extrem viel Spaß und auch, wenn ich ihn nicht direkt zu Weihnachten öffnen konnte, wird er mich sicherlich gut durch die nächsten Wochen und Monate begleiten. Die sehr fruchtigen Noten in der Nase dominieren zunächst das Profil, dabei stehen besonders Beeren und Pflaumen im Vordergrund, später kommen etwas überraschend Pflaumen im Speckmantel hinzu. Etwas Karamell und vor allem Honig fügen sich gut ein, erst mit der Zeit kommen auch Zimt und Nelken zum Vorschein. Süße Rotweinaromen, zum Teil in Kombination mit darin eingelegten Äpfeln und Birnen geben noch einmal einen besonderen Twist, der den Whisky richtig spannend macht.
Der Whisky wurde mir freundlicherweise kostenlos von der Sall Whisky Distillery zur Verfügung gestellt.
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