Donnerstag, 24. September 2026

Schlitzer Signature Blend Whisky 57% (Barrel Stories)

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass meine Frau und ich zur Blending Session mit Master Blender Flo Susemichel in der Schlitzer Destillerie zu Gast waren. Im September des vergangenen Jahres haben wir uns munter durch verschiedene Fässer im neuen Fasslager probiert, um die richtigen Tropfen für die neue Ausgabe der Barrel Stories-Serie zu finden. Am Ende haben wir uns für einen Grain aus einem Rotweinfass sowie zwei Malts aus einem Bourbon- bzw. einem Rumfass entschieden, die für die neue Abfüllung verblendet werden sollten. Seit gut einer Woche steht nun endlich das finale Ergebnis bei mir im Regal. Natürlich war ich nicht nur richtig stolz auf das erste offizielle Bottling, auf dem groß mein Name steht, sondern gleichzeitig auch richtig neugierig darauf, den Whisky zu probieren. So habe ich mir schon einmal einen ersten Eindruck abgeholt, der sehr positiv ausgefallen ist, bei dem ich aber auch schon festgestellt habe, dass der Tropfen etwas Zeit im Glas verträgt. Jetzt ist es aber endlich so weit, dass ich mich auch noch einmal ganz ausführlich mit der Abfüllung beschäftigen kann.








Auf einen Blick

DestillerieSchlitzer Destillerie

AbfüllerOriginalabfüllung

AbfüllungSignature Blend Whisky 57% (Barrel Stories)

ArtGerman Whisky

RegionDeutschland

Alter5yo

Alkoholgehalt57%

FassGrain aus dem Rotweinfass, Malts aus Bourbon- und Rumfass

Inhalt0,7l

Preisklasseca. EUR 90,-




Nase:

Wie schon beim ersten Mal wirkt der Whisky direkt nach dem Einschenken noch etwas zu jung und unrund, wenngleich auch schon vor allem fruchtig-schwere Rotweinnoten deutlich erkennbar sind. Bereits nach wenigen Minuten jedoch wird der Whisky runder, nach ca. 30 Minuten Geduld hat er dann den Punkt erreicht, an dem er fruchtig und süß aus dem Glas strömt. Jetzt kommt die Süße in Form von Vanille und Karamell aus dem Bourbonfass deutlich stärker zum Vorschein, gleichzeitig bleiben die beerigen Noten und die dunklen, schweren Trauben aus dem Rotweinfass weiter sehr präsent. Außerdem gibt es malzige Würze und etwas Orange, eine kandierte Ananas sowie eine leichte helle Fruchtigkeit.

Mund:

Auch am Gaumen stehen die dunklen Beeren und Trauben wieder im Vordergrund, werden allerdings auch von malzigen Aromen und viel Karamell getragen. Eine leichte Eichennote in Kombination mit erdigen, leicht ledrigen Aromen ist ebenfalls erkennbar, allerdings bleibt diese im Hintergrund und unterstützt eher die fruchtigen Aromen, sorgt aber auch für einen sehr trockenen Eindruck. Ein wenig Orange blitzt auch hier wieder auf, dazu kommen aber auch Nougat und helle Schokolade.

Abgang:

Der Abgang fällt relativ lang aus und startet mit dunklen Beeren und Trauben, bevor dann Nougat und Vanille wieder zusammen mit etwas Eiche und einem trockenen Mundgefühl das Kommando übernehmen. Eine leichte Spritzigkeit blitzt ebenfalls immer wieder auf und erinnert mich an reife Orangen.


Fazit:

Natürlich gefällt einem ein Produkt, an dessen Entstehung man selbst mitgewirkt hat, immer etwas besser. Wenn dann noch der eigene Name auf der Flasche steht, dann schränkt das die Neutralität vielleicht zusätzlich noch etwas ein. Trotzdem muss ich sagen, dass mir der Whisky wirklich ausgesprochen gut gefällt. Direkt nach dem Einschenken hatte ich etwas Angst, dass mir der Whisky zu unrund und scharf ist, aber man muss einfach etwas Geduld mit diesem Tropfen haben. Dann wird man mit einem wirklich harmonischen, wenn auch weiterhin merkbar jungen Whisky belohnt, der vor allem beerige Noten, dunkle Trauben, Karamell und malzige Noten liefert. Das zieht sich auch am Gaumen weiterhin durch, hier dann aber auch noch ergänzt durch Orangen, Nougat und helle Schokolade. Das Ganze zieht sich dann auch in den langen Abgang hinein und endet mit einem trockenem Mundgefühl.

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