In diesem Jahr bin ich zum ersten Mal auf der Whisky´n´more in Hattingen zu Gast. Am Freitag Vormittag machten meine Frau und ich uns auf den knapp 400 Kilometer langen Weg in Richtung Ruhrgebiet, um dann nach einer kurzen Stärkung in der wirklich sehr schönen Altstadt Hattingens pünktlich um 16:00 Uhr vor den Toren der Location zu stehen. Die Messe findet im LWL Museum Henrichshütte statt und versprüht den industriellen Charme vergangener Zeiten, womit die Location einerseits toll zum Whisky passt, andererseits aber auch die Region verkörpert, in der die Messe stattfindet. Eine bessere Standortwahl kann man für diese Messe gar nicht treffen! In der Halle tummeln sich dann über 50 Aussteller, wobei es eine bunte Mischung aus Brennereien, Importeuren, unabhängigen Abfüllern und Händlern gibt. Da werden dann am Ende vermutlich auch zwei Tage mal wieder zu kurz sein, um alles zu probieren, was ich spannend finde.
Samstag, 15. März 2025
Messebericht Whisky´n´more in Hattingen 2025 (Tag 1)
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, im Anschluss erst einmal eine komplette Runde durch die Halle zu drehen, um einen Überblick zu erhalten, aber wie so oft sind wir auch diesmal immer wieder an verschiedenen Ständen hängengeblieben. Bei Bastian Denkler am Stand von Prineus bekamen wir einen 27 Jahre alten Blended Malt von J.G. Thomson ins Glas. Die vorherigen Abfüllungen aus dieser Range kannte ich bereits und war immer wieder vom Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht, denn der Whisky überzeugt mit einem tollen Mix aus verschiedenen hellen und vor allem roten Früchten, Honig und einer tollen Cremigkeit. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich hier einem Kauf widerstehen kann. Ebenfalls spannend fand ich einen zehn Jahre alten Irish Whiskey von Cadenhead´s, der allerdings in Summe 18 Jahre alt ist, was aber so nicht auf der Flasche stehen darf. Hintergrund ist, dass der Whisky nach zehn Jahren Reifezeit im Fass nach Schottland gebracht wurde und nach irischem Recht reift ein irischer Whiskey nicht mehr, wenn er das Land verlassen hat. Auch hier gab es tolle Fruchtaromen, aber gegen den J.G. Thomson kam er leider nicht an.
Nächster Halt war der Stand der Whiskydudes, also bei den Leuten, die auf dem letztjährigen Bottle Market in Bremen all mein Geld bekommen haben. Ich muss schon fast sagen, dass sie "zum Glück" kaum neue Abfüllungen am Start hatten, so ist die Versuchung nicht ganz so groß. Wir probierten hier einen 36 Jahre alten Invergordon und damit einen Whisky, der sicherlich mehr Zeit verdient hat, als man auf einer Messe hat, aber auch so waren meine Frau und ich absolut begeistert von diesem Tropfen. Am zweiten Messetag gibt es übrigens ein Tasting mit den Whiskydudes, das wir natürlich gebucht haben. Gleich um die Ecke befindet sich dann der Stand von Whiskymax, seit Anfang des Jahres Importeur von Cooper´s Choice. Von diesem unabhängigen Abfüller hatte ich schon lange nichts mehr im Glas, was ich unbedingt ändern wollte. Auch hier gab es einen tollen Single Grain Whisky in Form eines 19 Jahre alten Invergordons ins Glas, der ein Finish im Amontillado Cask erhalten hat. Auch dieser Whisky hätte sicherlich mehr Zeit verdient, konnte aber mit Toffee, Früchten und cremigen Aromen punkten. Mein persönliches Highlight am Stand war aber ein neun Jahre alter Glen Moray aus dem Moscatel Cask, der zwar sehr vom Fass getrieben war, mich aber mit seiner dunkelfruchtigen Süße sehr überzeugt hat.
Bei Kammer Kirsch standen diesmal gleich vier kleine Fässer mit auf dem Messestand, die alle aus der Experimentierküche von Sebastian Püttmann stammen. So gab es gleich zwei Fässer, die mit Kaffee vorbelegt waren, die nun Highland Whisky und im zweiten Fall einen Islay Whisky enthielten. Hier hat der Kaffee ganz deutliche Spuren hinterlassen, was mir sehr gut gefallen hat. Bei den beiden anderen Fässern handelt es sich um eine Belegung mit einem dunklen Weizen-Eisbock, in dem nun ein Highland Whisky reift, sowie ein Glühwein-Fass mit einem Lowland Whisky. Sehr spannende Sachen und wer am zweiten Messetag nach Hattingen kommt, sollte sich ruhig einmal an diese Fässer herantrauen. Wieder nur ein paar Schritte weiter waren wir dann beim Whiskyhort zu Besuch, wo wir definitiv am zweiten Messetag noch etwas mehr Zeit verbringen müssen. Zur Unterstützung war hier nämlich Paul Dempsey von Brave New Spirits mit am Start, der unter anderem die neuen Cask Masters-Abfüllungen mitgebracht hat. Eines der Bottlings ist exklusiv für den deutschen Markt abgefüllt, nämlich ein zwölf Jahre alter Royal Brackla aus dem First Fill Duoro Valley Barrique. Der Rotwein hat hier deutliche Spuren hinterlassen (auch farblich), überlagert den Whisky aber nicht.
Bevor der Messetag sich dann dem Ende näherte, habe ich noch etwas Zeit am Stand von Malte Schweia und seinem Label Dram Way verbracht. Neben einem tollen acht Jahre alten Secret Unpeated Islay aus einer Brennerei mit einem vergleichsweise langen Namen (nicht Bruichladdich) aus einem Ruby & Rose Port Cask hat mich hier vor allem das Messefass begeistert. Ich habe ja ohnehin eine große Schwäche für Tomatin, weil das damals mein Einstieg in die Welt "richtiger" Whiskys war. Obwohl der Whisky erst 2018 destilliert wurde und damit noch relativ jung ist, hat mich die Kombination mit dem Moscatel Finish absolut überzeugt. Den werde ich am zweiten Messetag definitiv auch noch einmal meiner Frau einschenken lassen, denn das fruchtig-süße Profil dürfte ihr ausgesprochen gut gefallen. Überhaupt freue ich mich schon jetzt auf den zweiten Messetag, denn auch dieser wird wieder wahnsinnig viele tolle Whiskys und spannende Gespräche an den Ständen zu bieten haben!
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