Wenn es um Whisky aus Deutschland geht, dann gibt es immer noch sehr viele Kritiker. Immer wieder höre ich, dass Leute keinen Whisky trinken wollen, auf dem keine oder nur eine einstellige Altersangabe zu lesen ist, dass Whisky aus Deutschland immer nach Obstler schmeckt und das Zeug ohnehin viel zu teuer ist. Die ersten beiden Aussagen halte ich für völlig falsch, bei letzterer muss man natürlich auch berücksichtigen, dass Whisky bei einer jährlichen Produktionsmenge von ein paar Hundert Litern pro Jahr zwangsläufig teurer ist als bei mehreren Millionen Litern. Beim Festival des deutschen Whiskys in Schlitz hatte aber Immanuel Gruel, der den Tecker Whisky produziert, eine Abfüllung dabei, die gleich alle drei Argumente widerlegt. Der stolze 20 Jahre alte Single Grain mit vierjährigem PX-Finish ist weder jung, noch erinnert er in irgendeiner Form an einen Obstler oder ist zu teuer. Denn einen 20 Jahre alten Whisky bekommt man auch aus einer schottischen Brennerei nicht an jeder Ecke für EUR 109,- (bzw. EUR 155,- hochgerechnet auf eine 0,7l-Flasche).
Donnerstag, 29. Mai 2025
Sonntag, 28. April 2024
Invergordon 15yo Murca Tawny Port Cask Finish (Murray McDavid Select Grain)
Immer wenn ich auf meiner Lieblingsinsel Helgoland bin, dann stöbere ich bei Helgoheiner im Oberland durch seine Anbruchflaschen, die z.B. in Tastings im Laufe des Jahres übrig geblieben sind, von denen er aber keine ganze Flasche mehr im Sortiment hat. So habe ich die Möglichkeit, einen Whisky durchaus sehr ausführlich zu probieren, ohne dabei eine ganze Flasche kaufen zu müssen. So habe ich es auch im Rahmen meines Osterurlaubs auf der Nordseeinsel gemacht, wobei diesmal meine Wahl auf einen 15 Jahre alten Single Grain Whisky von Invergordon fiel, der ein dreieinhalbjähriges Finish im Murca Tawny Port Cask erhalten hat und von Murray McDavid abgefüllt wurde. Aktuell gefallen mir Single Grains ohnehin richtig gut, da kam mir diese spannende Restflasche mehr als gelegen. Natürlich habe ich direkt nach dem Erwerb schon einmal genascht, da hat mir der Tropfen sehr gut gefallen. Ganz ausführlich will ich mich aber jetzt mit dem Invergordon beschäftigen.
Sonntag, 21. Mai 2023
Whisky of Voodoo 13yo Coven of Resurrection (Cameronbridge / Brave New Spirits)
Der unabhängige Abfüller Brave New Spirits aus Glasgow ist noch gar nicht so lange auf dem Markt, aber ich hatte schon einige richtig tolle Abfüllungen von dort im Glas. Dazu kommt, dass nicht nur die Flascheninhalte sehr spannend sind, mir sagen auch die Labels der verschiedenen Reihen sehr zu. Waren die Cask Noir-Abfüllungen noch an alte Film-Plakate angelehnt, geht es beim Whisky of Voodoo wenig überraschend um Voodoo. Die Namen der Destillerien werden in diesem Fall nicht genannt, aber man findet durchaus Hinweise auf den Flaschen, aus welcher Brennerei der Inhalt stammt. Beim 13yo Coven of Resurrection beispielsweise steht auf der Flasche "Found on Master Cameron´s Brig", wodurch man sicherlich auf einen Cameronbridge schließen darf. Das in Kombination mit einer Reifung im First Fill Red Wine Cask und fassstarken 57,8% hat mich sehr neugierig gemacht. Zum Glück bin ich beim letzten Besuch auf Helgoland bei Helgoheiner im Oberland über einen Anbruch dieser Flasche gestolpert, die übrigens aktuell noch vergleichsweise gut und zu einem fairen Preis erhältlich ist. Ob es bei mir noch ein Großsample sein soll, finde ich nun durchs intensive Probieren heraus.